ist ein Zusammenschluss von Mediatorinnen und Mediatoren im Rahmen des Bundesverbandes Mediation e.V., die ihre Tätigkeit im oberschwäbischen Raum zwischen Bodensee und Donau, Schwarzwald und Iller ausüben.
Unsere Gruppe wurde im September 2012 gegründet und erfreut sich eines stetigen Zuwachses von Kollegen mit diversen Berufsbildern und Tätigkeiten. Als Regionalgruppe des Bundesverbandes Mediation e.V. vertreten wir die Interessen des Vereins vor Ort. Unsere treffen finden regelmäßig in Ravensburg statt.
Eines der Ziele ist es, das Thema Mediation in der Bevölkerung, bei Betrieben und Einrichtungen soweit bekannt zu machen, dass die Mediation in möglichst vielen Bereichen zu einem wirkungsvollen und überzeugenden Instrument der Konfliktbeilegung werden kann. Hierbei kommt es darauf an, dass örtliche Besonderheiten berücksichtigt werden und Unsicherheiten abgebaut werden.
Wir stellen unsere Mitglieder als kompetente Mediatoren mit ihren Tätigkeitsschwerpunkten auf der Seite vor, um Informationssuchenden einen erleichterten Erstkontakt ermöglichen zu können.
Wie Sie aus der Mediator/innen-Seite ersehen können, sind zu den üblichen Mediationsbereichen wie
Familie, Trennung, Scheidung, Erbstreitigkeiten und Nachbarschaftskonflikte
auch folgende, spezielle Berufsrichtungen ebenso vertreten:
Wirtschaftsmediation für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zur Lösung von Arbeitskonflikten - auch in der Land- und Forstwirtschaft
Mediation im Bereich Pädagogik, (Hoch-)Schulen, Bildung
Mediation für Vereine, Gruppen, Verwaltung und im Gesundheitswesen
Auch für nicht angeführte Beispiele und Spezialfälle können wir Ihnen Ihren passenden Lösungsvorschlag unterbreiten. Unsere interne Vernetzung lässt so sehr schnell den geeigneten Partner finden!
Nachfolgend ein paar Bemerkungen für Mediator-Kollegen in dieser Region:
Vernetzung, Erfahrungsaustausch, kollegiale Unterstützung und Supervision sind ein wesentlicher Teil unserer Weiterbildung. Wir treffen uns regelmäßig zur Besprechung von Anliegen, Planung von Veranstaltungen und Aktionen und der Teilnahme an Seminaren. Im Kollegenkreis berichten wir über die gemachten Erfahrungen, die so allen Mitgliedern zugute kommen können. Sind Sie hier im Bereich Mediation tätig und an unserer Gruppe interessiert, dann nehmen Sie doch einfach unverbindlich an einem unserer nächsten Treffen teil. Bilden Sie sich Ihren persönlichen Eindruck und sehen Sie dann weiter!
FOTO: WikerH
Mitglied werden
Sie sind im Bereich Mediation tätig und an unserer Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben interessiert, dann treten Sie einfach in Kontakt mit uns! Per Telefon oder email oder kommen Sie einfach zu unserem nächsten Regionalgruppen-Treffen.
Wir laden Sie zu unserem nächsten Regionaltreffen ein damit Sie sich ein Bild von unserer RegioGruppe, den Personen und Aktivitäten machen können. Ihre Entscheidung für einen Beitritt können Sie dann in Ruhe treffen.
Zeit und Ort finden Sie unter "Unsere TERMINE".
Wir freuen uns auf neue Kollegen!
Unsere RegioKontaktBörse steht allen Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung.
Wir legen in unserer Regionalgruppe besonderen Wert auf kollegiale Unterstützung und Erfahrungsaustausch. Zusätzlich zu den mündlichen Berichten bei unseren Treffen tauschen wir auch regelmäßig Daten auf elektronischem Weg aus, wobei die Mitglieder eigene Angebote den Kollegen unterbreiten oder bei der Suche nach gewissen Leistungen um Unterstützung bitten.
So werden zum Beispiel Cooperationen geboten oder gesucht. Schulungsvideos oder Bücher, Fachbeiträge oder spezielle Materialien ausgeliehen oder getauscht. Fachseminare belegt um sich über die Erfahrungen dann auszutauschen. Der Umfang und Bedarf entsteht allein durch die Erfordernisse bei den Kollegen und ist so total flexibel und kostenneutral!
Mit dem Aufnahmeantrag als Mitglied zur RegioGruppe BO können Sie diesen Dienst sofort nutzen.
Unser Angebot
Als regionale Vertretung unseres Bundesverbands bieten wir hier im Raum Bodensee-Oberschwaben den direkten Kontakt vor Ort zu allen Themen im Zusammenhang mit Mediation.
Wir können Ihre Fragen zur Eignung eines Mediationsverfahrens aufgrund unserer praktischen Erfahrungen beantworten und auch auf Spezialisten für gewisse Fachbiete verweisen, so dass Sie Ihre grundsätzlichen Entscheidungen leichter treffen können.
Aktuelle Informationen und Veranstaltungen für die Öffentlichkeit und auch für uns Mediatoren lassen das Thema Mediation stets auf dem Laufenden halten. Sehen Sie sich einfach von Zeit zu Zeit unsere aktuellen Seiten an. Haben Sie Fragen, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Ebenso wenn Sie Ideen oder Vorschläge haben.
Die Vernetzung von hier in unserer Region tätigen Mediatoren bietet gegenseitige Information und Unterstützung. Bei Bedarf schließen sich geeignete Partner für eine CoMediation zusammen, um den Konfliktfall mit dem notwendigen Hintergrundwissen bedarfsgerecht angehen zu können.
Regionale Besonderheiten müssen bei einem Konflikt beachtet werden, da diese oft auch mit die Ursache für den Fall sind.
Am 01. Juni fand in der Zehntscheuer in Ravensburg der erste demoSlam in Oberschwaben statt. Organisiert hatte diese Veranstaltung die Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben im Bundesverband MEDIATION e.V. in Kooperation mit der Betriebsseelsorge Ravensburg anlässlich des internationalen Tags der Mediation am 18. Juni. Durchgeführt wurde dieses neuartige Dialogformat von MAGNET - Werkstatt für Verständigung aus Berlin. Knapp 70 Zuschauer folgten der Einladung und erlebten einen berührenden und humorvollen Abend zu zwei spannenden Themen.
Sind Kinder mit Migrationshintergrund eine Bereicherung der Schule oder behindern sie einheimische Schüler am Lernerfolg? Wer hat welche Erfahrungen gemacht und welche Geschichten verbergen sich hinter den Meinungen? Das erste Slammerpaar brachte die Spannung in diesem Thema deutlich zum Ausdruck: Maryam kam mit 11 Jahren aus dem arabischen Raum nach Deutschland und musste sich hier durchkämpfen; als Kind deutscher Eltern wurde es Lucas in der Schule oft langweilig, weil wegen der vielen Kinder mit sprachlichen Schwierigkeiten häufig wiederholt wurde. Es ging nicht um richtig oder falsch, es gab keinen Schlagabtausch der Argumente, geschweige denn eine Lösung. Es ging zuerst um das Verstehen des anderen Standpunktes, es ging ums zuhören und anerkennen, auch wenn nicht alle mit den Positionen einverstanden waren. „Verstehen heißt nicht einverstanden sein“ lautet das Motto von demoSlam – wodurch sich ein Raum für persönliche Erlebnisse, für individuelle Betroffenheit öffnete und eine gute Grundlage schuf für die anschließende Diskussion im Publikum. Am Ende wurde klar: auch Lucas ist Migrant, er ist aus einem anderen Teil Deutschlands nach Oberschwaben eingewandert, weshalb er immer noch „die Butter“ sagt, anstatt richtigerweise „der Butter“.
Das zweite Thema drehte sich um Windräder im Wald. Matthias will den Wald schützen, Peter will das Klima schützen. Geht das auch beides zusammen? Wer trägt welche Verantwortung und für wen? Auch bei diesem Thema wurde anschließend im Publikum kontrovers diskutiert. Souverän geführt vom Moderator Ivo Pietrzak entwickelte sich aber eine ganz andere Gesprächskultur: es wurde respektvoll zugehört, es wurde von persönlichen Ängsten gesprochen, von Resignation und deren Überwindung. Manche Träne machte die individuelle Betroffenheit deutlich, und führte zu dem Appell „bleibt im Gespräch und kommt ins Handeln“.
In der Begrüßung betonte die Leitung der Regionalgruppe, Dietrich Knapp und Jutta Pfennig, dass sich mittlerweile über 35 Mediatoren aus der Region, Männer und Frauen, der Gruppe angeschlossen hätten und sich für die Verständigung in Konflikten einsetzten. „Sobald mehrere Menschen zusammen leben und arbeiten, ist es normal, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt, die für eine gesunde Entwicklung der Gemeinschaft auch notwendig sind“, sagte Dietrich Knapp. „Nicht der Konflikt ist das Problem, sondern der ausgrenzende, herabwürdigende Umgang damit“. Beide bedankten sich bei den Trainer:innen, bei den Slammern und beim Organisationsteam, die mit großem Einsatz diesen Abend ermöglicht und neue Formen der Verständigung erlebbar gemacht haben. Außerdem ging ein großes Dankeschön an die Sponsoren, ohne die diese Veranstaltung nicht durchführbar gewesen wäre: Allen voran die Allianz für Beteiligung e.V. mit ihrem Programm „Nachbarschaftsgespräche“, finanziert aus Landesmitteln, das Programm „Demokratie leben“, finanziert aus Bundesmitteln, die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg, der Bundesverband MEDIATION e.V., die Kreissparkasse Ravensburg und Dr. Daniela Dujmic-Erbe.
Sponsoren
Tag der Mediation 18.06.2017
Mainau – Blumeninsel mit harmonischer Natur am Internationalen Tag der Mediation 2017
Wer schon sehr früh morgens auf der Insel im Bodensee eintrifft, der bekommt die südländisch wirkende Natur mit vielen Farben, viel Grün und riesigen, ehrwürdigen Mammutbäumen ungebremst zu spüren.
Die Mainau liegt im Dreiländereck und ist ein Besucherziel mit einem entspannt und sehr gut funktionierenden Management. Zahlreiche internationale Gäste passierten unseren Präsentationsbereich. Für die Kinder war unser Puppenspieler Toldrian halbstündlich im Einsatz. Er konnte, so wie bei Märchen üblich, aus Hexe, Wolf und bösem Geist eine Prinzessin machen. Während die in der Sonne erwartungsvoll zusehenden Kinder mit viel Spannung eine positive Lösung des Problems erwarteten, haben wir mit zahlreichen Erwachsenen erörtert, wie Konflikte im Alltag gelöst werden können und was Mediation dazu beitragen kann.
Ob sich die Kinder zu einem späteren Zeitpunkt an diese märchenhaften Lösungen erinnern werden und einen eigenen Konflikt über ein „märchenhaftes Verfahren“ zu lösen versuchen, wissen wir nicht. Wichtig ist jedoch, dass die innere Einstellung unterstützt und Lösungsmöglichkeiten bekannt wurden, die in eine einvernehmliche Konfliktlösung führen.
Die offenherzige Aufnahme unserer Idee durch Diana Gräfin von Bernadotte bestärkte uns in unseren Aktivitäten. Es mag nicht von ungefähr sein, dass sie selbst ausgebildete Mediatorin ist!
Wir als „Akteure“ erlebten einhellig einen wunderschönen Tag. Angefangen vom Bilderbuchwetter, über freundliche Besucher und eine bestens informierte Insel-Crew, bis hin zu einer motivierten Regionalgruppe. Main-au oder Dein-au, muss man erlebt haben!
WikerH, Mitglied der RG-Bodensee-Oberschwaben im BMeV
Verantwortlich für Mitgliederverwaltung, RG-Homepage und manchmal einen Lacher
Streitkultur erleben - Wege aus dem Konflikt Mediatoren zu Gast auf der Insel Mainau
INSEL MAINAU – Die Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben des Bundesverbandes Mediation veranstaltet am 18. Juni 2017 von 11 – 15 Uhr auf der Insel Mainau anlässlich des „Internationalen Tages der Mediation“ eine große Infoaktion rund um das Thema „Mediation“.
Die mobile Puppenspielerbühne Toldrian aus Oberschwaben reist mit über 15 Mediatoren auf die Mainau. Im Gepäck schmunzelnde und provozierende Geschichten zu „Ärger bei Scheidung und negative Folgen für betroffene Kinder“, „Erbstreitigkeiten“, „Konflikte mit der Nachbarschaft“ verpackt mit Lösungsideen, die für Gewinner sorgen. Ganz nach dem Motto: „Es gibt einen Ort jenseits von richtig und falsch, da treffen wir uns.“
Hintergrund dieser Veranstaltung ist es, die Öffentlichkeit über Mediation in Theorie und Praxis zu informieren und diese Methode zur Konfliktregelung und Verbesserung der Streitkultur bekannter zu machen. Dieses Ziel unterstützen auch Bettina Gräfin Bernadotte, Geschäftsführerin der Mainau GmbH, und Maximilian Eich, Betriebsratsvorsitzender der Mainau GmbH, die selbst eine Ausbildung zum Mediator absolviert haben.
Veranstalter dieser Aktion ist die Regionalgruppe Bodensee- Oberschwaben des BM e.V. - ein Zusammenschluss von Mediatorinnen und Mediatoren im Rahmen des Bundesverbandes Mediation e.V., welche ihre Tätigkeit im oberschwäbischen Raum zwischen Bodensee und Donau, Schwarzwald und Iller ausüben. Sie unterstützen bei Konflikten in den Bereichen
Familie, Trennung, Scheidung, Erbstreitigkeiten und Nachbarschaftskonflikten
Wirtschaftsmediation für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zur Lösung von Arbeitskonflikten - auch in der Land- und Forstwirtschaft
Pädagogik, (Hoch-)Schulen, Bildung
sowie Mediation für Vereine, Gruppen, Verwaltung und im Gesundheitswesen.
... mehr hier nach unserer Veranstaltung.
Tag der Mediation 18.06.2016
"Die Kirschen aus Nachbars Garten ..."
Oberschwäbische Mediatoren zeigen typische Streit-Situationen auf dem Biberacher Wochenmarkt
Zum Internationalen Tag der Mediation, dem 18.06.2016, trafen sich die Mediatoren im Bundesverband Mediation e.V. mitten im Marktgeschehen des Biberacher Wochenmarkts. Zwischen Kirschen und Erdbeeren haben sie mit ihrem Marktstand die unsichtbare Ware „Mediation“ den Passanten plastisch näher gebracht. Die in Oberschwaben tätigen Mediatoren zeigten mit lautstarken Streitgesprächen wirklichkeitsnahe Situationen auf, so wie sie sich immer wieder am Zaun des Nachbarn und seinen überhängenden Kirschbaumzweigen abspielen können. Stellvertretend für viele schwelende Streitigkeiten, die sich oft über Jahre hinweg hochschaukeln und eskalieren, kamen in den Rollenspielen „die wahren Gesinnungen“ der Kontrahenten zum Vorschein. „Du Schafseckel, Du Sesselfurzer, Du Hennasempel“ u.a. Ausdrücke waren den schmunzelnd zusehenden Marktbesuchern offensichtlich geläufig und einer meinte sogar, dass dies ja hier alles mit Samthandschuhen dargestellt worden sei: wenn er dabei mitgespielt hätte, dann wären wohl noch ganz andere Ausdrücke aufgefahren worden!
Dies spricht für die Realitätsnähe bei Ort und Wort. Die angemessene Wertung solcher Kraftausdrücke kann nur richtig angegangen werden, wenn man deren Abstufungen kennt. Anstelle eines lang andauernden und weiter sich aufheizenden Streits über Anwälte und Gericht kann ein Mediationsverfahren alle Beteiligte zu einem „gegenseitigen Verstehen“ führen und mit überschaubarem finanziellen Aufwand die Nachbarschaft soweit am Leben erhalten, dass man sich auch weiterhin unbewaffnet begegnen kann.
In einigen Gesprächen brachten Besucher gerade ihre derartigen Streitfälle mit und waren für kurze Tipps dankbar. Wenn also die Mediation als Alternative für eine Konfliktlösung in Betracht gezogen wird, dann sind diese Informationen angekommen.
Selbst Petrus war wohl diesem Thema positiv eingestellt, indem er die wochenlange Unwetterphase unterbrach und mit strahlendem Sonnenschein und ein paar Wolken für eine gute Stimmung sorgte.
WikerH Munderkingen - Mitglied der Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben
Tag der Mediation 18.06.2015
Am 18. Juni 2015 fand zum zweiten Mal der „Internationale Tag der Mediation“ statt. Er geht zurück auf eine Initiative der großen deutschsprachigen Mediationsverbände aus Österreich, Deutschland und der Schweiz aus dem Jahre 2013. Ziel dieses Tages war es, einer möglichst breiten Öffentlichkeit die Grundidee der Mediation, Konfliktparteien anzuleiten, ihre Konflikte selbst zu lösen und zu beseitigen, näher zu bringen. Mediatorinnen und Mediatoren schaffen dabei einen sehr hohen Wert für unsere Gesellschaft und sind ein überaus wichtiger Partner für die Justiz.
So lud auch die Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben des Bundesverbandes Mediation e.V. am 18. Juni 2015 zu einer Informationsveranstaltung in den Saal des Wirtschaftsmuseums Ravensburg ein. Bis zum Beginn der Veranstaltung um 18:00 Uhr war der Saal mit 30 interessierten Besucherinnen und Besuchern gefüllt.
Der Abend wurde von Herrn Dietrich Knapp, dem Leiter der Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben, moderiert. Nachdem er die Besucher sehr herzlich begrüßt hatte, begann er mit seinem Einstiegsvortrag rund um das Thema Mediation. Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass es sich bei dem Verfahren der Mediation nicht um ein neues, sondern, im Gegenteil, um ein sehr altes Verfahren der Konfliktlösung handelt. Der Ursprung dieser Methode reicht zurück bis 604 v. Chr. (Solons Reformen), geht hinein in die Antike (Platon und Aristoteles 322 – 427 v. Chr.) und wird seit langem in Japan und China angewendet. Erst in den 1960er und 1970er-Jahren wurde die Mediation verstärkt auch in den USA als kostengünstige und zeitsparende Alternative zur gerichtlichen Problemlösung angeboten. Bei uns in Deutschland wird dem Verfahren der Mediation seit der Jahrtausendwende vermehrt Beachtung geschenkt.
Herr Knapp definierte Mediation als ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren konstruktiv, freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konfliktes außergerichtlich anstreben. Er stellte ebenfalls die verschiedenen Anwendungsgebiete der Mediation dar (Wirtschaft, Familie, Nachbarschaft, Schule, Politik, Bauplanung, Erbschaft und unter Umständen sogar Strafrecht) und ging dabei gleichzeitig auf die Chancen eines Mediationsverfahrens, aber auch auf dessen Grenzen ein. Herr Knapp zog das Auditorium mit dem Vortrag in seinen Bann, was man an der lebhaften sachlichen und konstruktiven Diskussion am Ende seines Vortrages spüren konnte. Im Zuge dieser Diskussion wurde sehr anschaulich anhand eines Diagrammes herausgearbeitet, dass die Kosten eines Mediationsverfahrens in der Regel signifikant geringer sind als die Kosten eines Gerichtsverfahrens. Dies gilt es jedoch jeweils am konkreten Einzelfall zu beurteilen.
Um die Theorie nicht im luftleeren Raum stehen zu lassen, hatte sich die Regionalgruppe Mediation Bodensee-Oberschwaben etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Es wurde ein Rollenspiel aufgeführt, in dem der Ablauf einer Mediationssitzung anhand einer Familienmediation im Zuge einer Trennung bzw. anstehenden Scheidung dargestellt wurde. Dabei wurde sehr viel Wert darauf gelegt, die Methoden und Kommunikationstechniken der Mediatorin darzustellen. Wie auch im wirklichen Leben, ging es zwischen den Medianden um gegenseitige materielle Ansprüche im Falle einer Scheidung. Wesentliches Element des Rollenspiels war das Herausarbeiten der Interessen und Bedürfnisse der Medianden seitens der Mediatorin. Dies gelang auf exzellente Art und Weise, so dass am Ende des Rollenspiels der nächsten Mediationssitzung mit Gelassenheit entgegen gesehen werden konnte.
Abgerundet wurde der sehr informative Abend durch eine Podiumsdiskussion, die durch Herrn Knapp in profihafter Manier moderiert wurde. In der Runde saßen Herr Rittmann, Präsident des Amtsgerichts Wangen, Herr Briel, Rechtsanwalt aus Ravensburg, Herr Hess als Vertreter des Jugendamtes Ravensburg und Herr Hanßler, Inhaber des Mediationsbüros Hanßler. Der Schwerpunkt in der Diskussion war auf die Herausarbeitung der Unterschiede zwischen einem Gerichtsverfahren und einer Mediation gerichtet. Diese wurden dargestellt und übersichtlich zusammengefasst.
Ein gelungener Abend – eine runde Sache, die dazu beiträgt das Thema „Mediation“ der Öffentlichkeit bekannt und transparent zu machen. Herzlichen Dank an die Organisatoren und an alle Beteiligten für den informativen, interessanten und wirklich spannenden Abend.
Kommentar der BM-Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben
Tag der Mediation am 18. Juni 2022
Die Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben auf dem „Markt der Möglichkeiten“
Natürlich ist der Internationaler Tag der Mediation am 18. Juni immer ein guter Anlass, die Mediation ins Gespräch zu bringen. Schon seit 2013 zeigen Mediationsvereine und Mediationsverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz an diesem Tag mit Veranstaltungen Präsenz. 2022 nutzte die Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben im Bundesverband Mediation den Ravensburger Wochenmarkt, um Interessierte aus erster Hand zum Thema Mediation zu informieren. Und es gab darüber hinaus Grund zu feiern: Just an diesem Tag feierte die Regionalgruppe ihr 10-jähriges Bestehen.
Petrus meinte es an diesem Samstag ein bisschen zu gut mit mehr als 30 Grad im Schatten, aber das tat dem Engagement der Regionalgruppe keinen Abbruch. Eine muntere Truppe aus acht Mediator:Innen betreute den Stand von 9 bis 13 Uhr – und ein guter Team-Spirit war durchgehend spürbar. Zwischen dem gemeinsamen Auf- und Abbau lagen viele gute Gespräche mit den Ravensburger:Innen, die trotz der Hitze viel Aufmerksamkeit zeigten und Fragen zur Mediation stellten. Viel Informationsmaterial wanderte in die Hände von Interessierten. Ein Höhepunkt war wieder ein kleines Improvisationstheater: In einem fast 5-minütigen Sketch wurde nach dem Motto „Kennen Sie die Situation?“ ein Nachbarschaftskonflikt am Gartenzaun lebendig: „Gärtnerische Ordnungsliebe plus Ruhebedürfnis“ traf auf „Wilden Naturgarten mit viel Geselligkeit“ – und da kam der Konflikt schnell in Gang. Ein bisschen mehr Technik brauchen wir beim nächsten Mal, weil die Performance nicht überall gut zu hören war. Doch der improvisierte Streit war wieder ein guter Aufhänger, um die Mediation als erfolgreiche Alternative zu positionieren – für eine Konfliktklärung ganz ohne juristischen Beistand.
Die Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben präsentierte sich vor Ort in ihrer ganzen Vielfalt – und für alle Streitfälle gewappnet. Als Expert:Innen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten sind wir in der ganzen Region vertreten und bei Bedarf ansprechbar. Wir leiten Gespräche als allparteiliche Dritte und stehen auch beratend präventiv zur Seite, wenn sich Konfliktparteien auf ein konstruktives Klärungsgespräch vorbereiten wollen. Spannend, ob sich nach dem „Markt der Möglichkeiten“ für die eine oder den anderen ein paar Türen öffnen. Auf jeden Fall war der Vormittag ein voller Erfolg und zeigte, was die Regionalgruppe mit vereinten Kräften auf die Beine stellen kann.